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Fast zwölf Jahre werden seit seiner Ankunft im Dezember 1997 in St. Andreas vergangen sein, wenn Pater Enrico
zum 31. August 2009 unsere Pfarrei verlässt. Viel hat sich in diesen Jahren in St. Andreas ereignet.
1998 weihte Abt Odilo Lechner das Emil-Muhler-Zimmer im Pfarrhaus, das an unseren ersten Pfarrer erinnert. 1999 dann konnten wir das 75-jährige Bestehen der Pfarrei feiern. 2003 folgte das 50-jährige Weihejubiläum der Pfarrkirche, 2004 das 80-jährige Bestehen der Pfarrei. Schon zum Fünfzigsten der Kirche wünschte sich Pater Enrico eine Innenrenovierung des Gotteshauses. Doch die bereits 2001 angestoßene Planung dafür sollte noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Erst im Mai 2008 wurden die notwendigen Gelder vom Erzbistum bewilligt und die Generalsanierung des Kircheninneren steht jetzt unmittelbar bevor.
Der Kindergarten dagegen wurde bereits 2001/02 grundlegend erneuert und an die aktuellen Erfordernisse und Vorschriften angepasst. 2008 erhielt das Pfarrheim im Zuge eines Klimaschutz-Förderprogramms des Ordinariats einen Anschluss an die Fernwärme, neue Fenster und andere energetische Verbesserungen.
Personell standen in diesen Jahren mehrere Wechsel an, nachdem langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ruhestand gingen. Wechsel im Pfarrbüro, in der Kindergartenleitung, beim Mesner und in der Kirchenmusik.
Ein ganz besonderes Erlebnis war das ökumenische Friedensgebet an Lichtmess 2001, bei dem die Sure der Liebe aus dem Koran gesungen von einem türkischen Imam in einer katholischen Kirche erklang. Unter dem Motto „Wenn einer leidet, leiden alle mit“ waren Gläubige angeführt von einem griechisch-orthodoxen Erzpriester, einem türkischen Imam und unserem katholischen Regionalpfarrer zusammengekommen. Kurz zuvor war ganz in der Nähe ein Grieche von Rechtsradikalen zusammengeschlagen und von Türken gerettet worden.
Im Kreis unserer Pfarrgemeinde konnte Pater Enrico selbst als Jubilar seinen 60. und 70. Geburtstag feiern. Zum 40-jährigen Priesterjubiläum überraschten ihn 2003 die damalige Gemeindereferentin Danijela Pöschl und seine Gemeinde mit einem gemeinsamen Frühstück nach der Frühmesse und einem Ständchen der Kindergartenkinder (Foto rechts).
Zweimal besuchten Gemeindemitglieder zusammen mit Pater Enrico per Bus Novedrate, seinen Heimatort zwischen Mailand und Como. Nicht nur auf diesen Reisen, sondern bei vielen Gelegenheiten erwies sich Pater Enrico als geselliger Mensch, der auch Späße mitmachte. So übernahm er beim Bunten Abend 2009 beim „Münchner im Himmel“ gekonnt die Rolle des vergeistigten Engels, der Hosianna singt (Foto
links). Er ist ein stets geduldiger Zuhörer, Mittler zwischen deutscher und italienischer Seite und nimmt sich viel Zeit für Krankenbesuche. Was seine Ehrenamtlichen besonders an ihm schätzen: Er legte ihnen bei der Verwirklichung ihrer Ideen und Projekte keine Steine in den Weg und ließ sie mit viel Freiraum Gemeinde leben und gestalten.
„Meine Vergangenheit, Herr, deine Barmherzigkeit; meine Gegenwart, deine Liebe; meine Zukunft, deine Vorsehung. Diese Sätze des Hl. Augustinus sprechen mich an“, schrieb er im Februar 1998, als er sich im Andreasboten vorstellte.
In diesem Sinne sagen wir Pater Enrico ein herzliches Vergelt‘s Gott und wünschen ihm für seine Zukunft Gesundheit und Gottes Segen!
Traudl Schröder
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